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Aus der älteren Geschichte

Vor mehr als 1100 Jahren, am 9.November 879, weihte Erzbischof Bertolf von Trier die Stiftskirche St. Severus zu Gemünden. Als Eigenkirchenherr dieser Kirche schenkte Graf Gebhards Sohn Udo der Stiftung seines Vaters den Zehnten in Irmtraut. Udo war mit hoher Wahrscheinlichkeit der Vater von Graf Gebhards Enkeln. Einer von diesen war Rudolf, Bischof von Würzburg (892 - 908), der dort auf dem Stuhl des Frankenapostels Kilian saß und hier in der Heimat seines Geschlechts wohl die Kilianskirche Seck gründete. Für diese wurde aus dem Sprengel der Großpfarrei auf dem Kleesberg um 900 erneut ein großer Pfarrbezirk herausgelöst, der auch die jüngeren Kirchspiele Elsoff und Rennerod und ursprünglich wohl auch Irmtraut umschloß.

Der Ortsname 879 Ermetrode, Irmtroit, Ermentrut, Eremtraut, 1215 Irmentroth, 1276 Irmittrerode, 1296 Yrmentrade, um 1300 Yrmetroyde, 1354 Irmtrode, 1453 Ermentraide, 1492 Irmtrode, 1516 Irmptroit, 1525 Irmtrudt, 1578 Irmtraut, 1711 Ehrntrautt und in vielen anderen Schreibweisen überliefert, ist einer der zahlreichen Ortsnamen auf -rod.Dies ist allerdings hier ebensowie bei dem Namen der kleinen Wüstung Obentraut auf der Dornburg in der heutigen Namensform und in den mundartlichen Formen Irndert, Indet, Erndert nicht mehr zu erkennen.

Der Name ist mit einem Personennamen gebildet. Man hat dabei zuletzt an Ermo (Irmo) gedacht. Möglicherweise ist sogar an einen mit Ermin (Irmin) gebildeten weiblichen Vornamen zu denken, da vieles dafür spricht, daß die Namen von Wilsenroth und Obentraut auch Namen von Frauen, Willeswind und Aba, aus dem Kreis des fränkischen Reichsadels bewahren.

Die 1355 zuerst erwähnte Kapelle wird seit 1454 auch als Kirche und Kapelle und danach oft als Kirche bezeichnet. Sie war 1454, 1508 und 1565 St. Anthonius geweiht. Ihre Anfänge sind viele Jahrzehnte früher anzusetzen, wie es der noch erhaltene frühgotische Chorturm erkennen läßt.

Von seinem Stammsitz im Dorf Irmtraut nannte sich ein niederadeliges Geschlecht von Irmtraut, das mit Heinrich von Irmtraut 1215 zuerst vorkommt und einen schwarzen Bock in Silber im Schild und mit schwarz-silbernen Decken, den Bock aus dem Helm wachsend, im Wappen führt.

Die von Irmtraut gehörten schon 1215 zur Burgmannschaft in Westerburg, wo sich am Westhang vor dem Schloß der letzte Sitz des Geschlechts, das Irmtrauter Vasallenhaus, der alte Burgsitz in der Steinkaute, noch erhalten hat.An die Bautätigkeit der von Irmtraut erinnern noch die Jahreszahl an ihrem Wasserschlößchen Langwiesen und ein Frauenwappen von 1657 am Hof Westert.

Verschwunden sind die Sitze des Geschlechts zu Irmtraut, Härtlingen, Lützelau bei Kroppach, Vallendar und Dieblich. Erhalten haben sich die Grabsteine der von Irmtraut in Schönberg bei Möllingen (1582) und in Dieblich (1610). Die Familien- und Besitzgeschichte des Geschlechts ist in vielen Einzelheiten erforscht und hinreichend bekannt. Mehrfach waren Männer aus dieser Familie 1220, 1350 und 1408 Vögte in Westerburg. Gerhard Fole war 1351 kölnischer Amtmann in Siegen, Adam 1530 Amtmann zu Hachenburg, Johann 1566 - 1583 Burggraf in der St.-Martinsburg zu Mainz. Manche waren auch Kriegsleute. Ein Adam fiel 1525 in der Schlacht bei Mailand, Philipp Wolf starb 1622 in Emden als Generalquartiermeister der Mansfeldschen Armee. Adem Fole (+1455) war Archidiakon im Stift Dietkirchen. Töchter waren Nonnen zu Seligenstatt, St. Thomas bei Andernach und Beselich. Zur Familie gehörten die beiden letzten reformierten Äbtissinnen von Gnadenthal bei Dauborn 1607 - 1632 und Anna Apollonia (+1660) Äbtissin von Armklara zu Mainz. Als letzter seiner Familie starb Ludwig Wilhelm Heinrich von Irmtraut zu Westerburg in der Steinkaute am 10.3.1741.

Das Dorf hatte gegen 1380 mindestens 10 Höfe. Leute hatten hier die von Sottenbach, die Herren von Runkel und die Landgrafen von Hessen. Auch die Herren von Westerburg und späteren Grafen von Leiningen-Westerburg hatten in Irmtraut Leute.

1603 zählte man 50 Einwohner, 46 naussauische und 4 Runkeler Leute im Dorf, 1711 waren es 18 Familien, 1720: 20 Häuser und 1738: 27 Untertanen und 31 Feuerstellen.

Ältere Namen aus der Landwirtschaft sind spärlich. 1546 wird das "Oberfeldt ghen den Forst", 1763 das Forstfeld genannt. Flurnamen "uf dem Altenrodt" 1546, "auf dem Kollweroth" 1764 lassen die Ausdehnung der Ackerflut erkennen. Die Gemeinde klagte 1773 sie hätte zu wenig an Äckern, Wiesen und Gärten, um den mehr als kümmerlichen Lebensunterhalt von den Gütern zu erzielen. Außer Baumwollspinnen gebe es keinen Gelderwerb und davon nur geringen Verdienst. Die Gemeinde hatte 1775 alle Hoffnung aufgegeben, daß sich die einzelnen Glieder von den Schulden jemals wieder befreien könnten. Ackerland und Wiesen waren durch Erbteilung völlig zerstückelt, alle Güter überschuldet. Man dachte vorübergehend daran, alle Güter zu verkaufen und Käufer oder Pächter aus anderen Landesteilen hier einzusetzen, hielt es dann jedoch nicht für ratsam, da man nicht wußte, wo die Irmtrauter bleiben sollten.

Im Jahr 1777 lebten hier 51 Familien, 6 reiche besaßen mehr als ihr Bedürfnis, 26 mittelmäßige hatten ihren Unterhalt, 19 Arme nicht einmal dasjenige, was die höchste Notdurft erforderte, heißt es von ihnen. Man zählte 182 Personen über 15 Jahre, 60 Häuser, 34 landwirtschaftliche Gebäude, 19 Pferde, 154 Stück Rindvieh, 21 Schweine, 232 Zuchtschafe und 10 Ziegen. Irmtraut hatte allein im ganzen Amt Zuchtschafe, da es in der mildesten Gegend nach Hadamar zu lag. In der Gemarkung waren nach damaligem Maß an Acker 330, Gärten 24, Wiesen und "Mähwachs" 300, leerem Boden, Viehweiden und Triften 300 und Buchenwald 65 Morgen. Der Kornbau war in Abgang gekommen, man bebaute größere Distrikte bereits mit Kartoffeln und Kappes im Feld. Der Westerwälder Landmann in Irmtraut kannte 1777 nur Kartoffeln mit Kohlraben und Sauerkraut als Gemüse.

In 11 Orten im Amt Rennerod arbeiteten Baumwollspinner, deren Verdienst nicht groß war. In Irmtraut waren es 39, nur in Waldmühlen und Westernohe waren es mehr. Dabei mußten auch Kinder von Jugend auf mitarbeiten, um sie "zum Fleiße" zugewöhnen, "dem Müßiggang, dieser fruchtbaren Quelle des Elendes und Lasters" zu entziehen.

Die 1780 begonnene und 1784 abgeschlossene Konsolidation, eine Flurbereinigung, und der Ausbau der Mainzer Chaussee im Teilstück Langendernbach - Irmtraut - Rennerod 1786 brachte einige Verbesserungen. Ackerbau und Viehzucht waren auch 1809 noch die Hauptnahrungsquelle. Die Gemeinde hatte noch 8000 Gulden Schulden, ohne die Privatschulden der Einwohner. Außer Zehnten hatte man noch Herrenhafer und Herrenbutter abzugeben. Man klagte über das rauhe Klima. Im Feld waren mit Hafer 250, Korn 10, Gerste 25 und Mengfrucht 60 Morgen bestellt. Kartoffeln ersetzten das halbe Brot. An Vieh gab es 10 Pferde und Fohlen, 32 Ochsen, 91 Kühe, 85 Rinder und Kälber und 21 Schweine. Der Obstbau war gering. An Bäumen zählte man 100 Äpfel, 90 Birnen, 260 Pflaumen und 20 Kirschen.

Die Einwohnerzahlen: 1811: 348 lassen nach einem Rückgang, 1818: 313 (60 Familien), 1830: 443, 1840: 472, 1851: 507, 1861: 523, 1866: 535 (125 Familien) ein fast stetes Wachstum der Bevölkerung erkennen.

Neben der Landwirtschaft hatten Handwerk und Gewerbe 1828 nur wenig Bedeutung. Es gab zwar, sicher durch die Lage an der belebten Straße vom Siegerland über Limburg nach Wiesbaden, Frankfurt und Mainz begünstigt, hier 4 Wirte, sonst jedoch nur je 2 Krämer und Strohdachdecker und je einen Branntweinbrenner, Grobschmied und Schneider. So war man für manches auf Handwerker in Nachbarorten, in Langendernbach und Rennerod, angewiesen. Die Landwirtschaft aber konnte auch nicht alle ernähren. So heißt es 1842, Irmtraut sei ein armer Ort von 70 Bürgern (Haushalten), von denen die Hälfte ihren Unterhalt im Ausland suchen muß.

Mancher suchte sich auch draußen eine neue Heimat. Allein in den Jahren 1849 bis 1854 wanderten 5 Familien aus Irmtraut, Quirnheim, Jung, Reuscher, Eisel und Geis, nach Nordamerika aus. Die meisten aber blieben. Von den bis zur neusten Zeit in Irmtraut lebenden Familien waren die Daum schon vor 1504 hier, 1627 werden die Hans, 1709 die Quernheims, 1711 die Blank, Eisel, Krekel, Simon und Wollweber hier genannt, von denen einige in Nachbarorten schon weit früher vorkommen und durch Heirat nach Irmtraut kamen. Auch die anderen Familien in Irmtraut stammen fast alle von jenen ab, die schon seit vielen Jahrhunderten hier leben.

In all diesen Jahrhunderten, in guten und bösen Zeiten, war Irmtraut ein Dorf im Westerwald wie viele andere. Seine Einwohner hatten es im rauhen Klima und auf steinigen Böden nicht leicht. Irmtraut war jedoch ihre Heimat, der viele über viele Generationen und nunmehr seit mehr als 11 Jahrhunderten treu blieben.



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